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Unter all den ausgewählten Welterbe-Stätten der UNESCO gibt es einige, die besondere Aufmerksamkeit benötigen, weil sie durch eine Reihe von Risikofaktoren bedroht werden: Zersiedelung, die Ausbeutung von Ressourcen, Wüstenbildung, Naturkatastrophen, Kriege … Insgesamt sind es 44 Stätten, die auf der Roten Liste stehen und damit als gefährdetes UNESCO Welterbe gelten. 18 davon wurden in den letzten drei Jahren zwischen 2010 und 2013 in die Liste aufgenommen.

Wir haben daher beschlossen, jeder der kürzlich hinzugekommenen Stätten eine kleine Beschreibung und Bild zu widmen. Denn wir alle sollten mehr über diese besonderen Orte wissen und danach streben, sie zu schützen, bevor es zu spät ist!

Gefährdetes UNESCO Welterbe

Bagrati-Kathedrale und Kloster Gelati (2010) – Kutaissi, Georgien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Gefährdetes UNESCO Welterbe: Die Bagrati Kathedrale des Klosters Gelati in Georgien © susan astray/flickr.com

Benannt nach dem König des vereinten Georgiens, Bagrat III., wurde der Bau dieser Kathedrale zu Beginn des 11. Jahrhunderts abgeschlossen. Die Kirche wurde 1692 von den Osmanen verwüstet, seitdem standen die Ruinen im Zentrum von Kutaissi. Erst 1952 wurde mit der Restauration des Gebäudes begonnen, die sich über mehrere Jahrzehnte hinzog. Da die Rekonstruktion des Gebäudes jedoch, im Gegensatz der Empfehlung des ICOMOS, in der ursprünglichen Form rekonstruiert wurde, wurde die Anlage noch vor Fertigstellung der Restaurierung im Jahr 2010 auf die Rote Liste gefährdetes UNESCO Welterbe gesetzt.

Biosphärenreservat Río Plátano (2011) – Honduras

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Das Biospährenreservat Río Plátano in Honduras © new wolrd trips/flickr.com

An den Ufern des Río Plátano erstreckt sich diese Biospährenreservat, eine der wenigen unter Schutz gestellten Binnenwasserstraßen Zentralamerikas. Diese schöne Gegend ist die Heimat einer Vielzahl von Tier-und Pflanzenarten und mehr als 2.000 indigenen Menschen, die noch immer ihre traditionelle Lebensweise bewahren. Gründe der Gefährdung: die Ausbreitung der Landwirtschaft, starke und illegale Rohdung, Managementfehler der Verwaltung, die dem Umweltschutz dieses besonderen Gebiets nicht ausreichend Beachtung schenkt.

Tropische Regenwälder auf Sumatra (2011) – Indonesien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Gefährdetes UNESCO Welterbe: Die tropischen Regenwälder von Sumatra © timekin/flickr.com

Zu den 2,5 Millionen Hektar Tropenwald in Sumatra gehören auch drei Nationalparks: der Nationalpark Gunung Leuser, der Nationalpark Kerinchi-Seblat und der Nationalpark Barisan Selatan. Ein wunderschönes Gebiet mit seinen Pflanzen, Seen, Wasserfällen, Höhlen und Vulkanen. Das wichtigste und schützenswerteste daran ist jedoch, dass es die wichtigste Schatzkammer der Artenvielfalt der Welt ist, hier leben viele vom Aussterben bedrohte Arten (wie zum Beispiel der Sumatra-Orang-Utan). Gründe der Gefährdung: die massive Abholzung, die auch schon den wertvollen Lebensraum des Sumatra-Tigers zerstört, der vom Aussterben bedroht ist.

Atsinanana Regenwald (2010) – Madagaskar

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Der Atsinanana Regenwald in Madagaskar © frontierofficial/flickr.com

Der Regenwald Atsinanana zieht sich durch sechs Nationalparks im östlichen Teil der Insel Madagaskar. Er ist ein Ökosystem von entscheidender Bedeutung, um das Überleben der Artenvielfalt von Madagaskar zu gewährleisten. Hier haben viele Tierarten (wie Primaten und Lemuren) sich lange Zeit ohne eine Bedrohung von außen entwickeln und entsprechend sicher leben können. Gründe der Gefährdung: die kontinuierliche Abholzung in einigen Teilen der Nationalparks und der illegale Handel von Edelhölzern aus Madagaskar.

Timbuktu (2012) – Mali

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Gefährdetes UNESCO Welterbe: Timbuktu in Mali © emilio labrador/flickr.com

Im 15. und 16. Jahrhundert war Timbuktu ein wichtiges Zentrum und geistiger Bezugspunkt für die Lehre des Islam in Afrika durch seine Koranschulen und islamischen Schulen. Die drei imposanten Moscheen zeugen von der glanzvollen Vergangenheit der Stadt, jetzt aber ist sie durch die Wüstenbildung in der Umgebung bedroht. Gründe der Gefährdung: Schäden, die durch den anhaltenden bewaffneten Konflikt in der Region verursacht werden.

Grabmal von Askia (2012) – Mali

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Das Grabmal von Askia in Mali © minusma/flickr.com

Das Grabmal von Askia, in dem vermutlich Mohammed I. Touré, der erste König des Songhaireiches begraben wurde, wurde Ende des 15. Jahrhunderts in der alten Hauptstadt Gao gebaut. Das Grab bezeugt den Reichtum des Reiches, das zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert aufblühte, und es ist auch das mit am besten erhaltene Beispiel für die traditionellen Lehmbauten, die typisch für die westafrikanische Sahelzone sind. Gründe der Gefährdung: Schäden, die durch den anhaltenden bewaffneten Konflikt in der Region verursacht werden.

Die Geburstkirche Jesu Christi (2012) – Bethlehem

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Die Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem © nick in exsilio/flickr.com

Wer in das Heilige Land pilgert, für den ist die Kirche, die über der vermuteten Geburtststätte Jesu Christi errichtet wurde, ein absolutes Muss. Sie wurde im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut, ist einer der wichtigsten Orte für die Christen und gehört zu den am besten erhaltenen Gebäuden aus frühchristlicher Zeit. Gründe der Gefährdung: Der anhaltende Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern sowie der sich verschlechternde Zustand des Gebäudes.

Festungen auf der karibischen Seite von Panama: Portobelo-San Lorenzo (2012) – Panama

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Die Festung von Portobelo-San Lorenzo in Panama

Als beeindruckendes Beispiel der militärischen Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts, waren diese Forts mit Blick auf die Küste der karibischen See Teil des Abwehrsystems Panamas. Sie wurden von den Spaniern gebaut, um den Besitz für den transatlantischen Handel zu schützen. Gründe der Gefährdung: Misswirtschaft durch die lokalen Behörden.

East Rennell (2013) – Salomonen

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Gefährdetes UNESCO Welterbe: East Rennell/Salomonen © whl.travel/flickr.com

East Rennell ist eine Region der Rennell Insel (die südlichste Insel des Archipels der Salomonen im westlichen Pazifik) und das größte Korallenatoll der Welt, mit einer Länge von 86 Kilometern und einer Breite von 15 Kilometern. Ein großer Teil der Insel ist der See Tegano, die Heimat vieler endemischer Arten, während der Rest der Insel-Oberfläche ist von einem dichten Wald bedeckt. Ein echtes Open-Air-Labor für Wissenschaftler! Gründe der Gefährdung: der durch den Klimawandel bedingte Meeresanstieg, sowie Bergbaumaßnahmen und Überfischung.

Altstadt von Aleppo (2013) – Syrien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Gefährdetes UNESCO Welterbe: Die Altstadt von Aleppo in Syrien

Direkt an der Kreuzung mehrerer Handelswege aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr. gelegen, wurde Aleppo durch die Hethiter, sowie durch die Assyrer, Araber, Mongolen, Mamluken und schließlich die Osmanen besetzt bzw. erobert. Die Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert, die Große Moschee und die verschiedenen Koranschulen, Hamams und die Karawansereis geben dieser faszinierenden Stadt ihren ganz besonderen Charme. Gründe der Gefährdung: In den letzten zwei Jahren hat die Altstadt von Aleppo durch den andauernden bewaffneten Konflikt in Syrien eine brutale Zerstörung erlitten. Zudem hat sich durch die instabile Situation im Land der illegale Handel mit kulturellen und historischen Artefakten verschärft, was sich nie gut auf Erhaltung von schützenswerten Bauten auswirkt.

Altstadt von Bosra (2013) – Syrien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Die Altstadt von Bosra in Syrien © Alessandra Kocman/flickr.com

Bosra, einst die Hauptstadt der römischen Provinz Arabien, war eine wichtige Station an der alten Trasse nach Mekka. Hier kann man ein herrliches römisches Theater aus dem 2. Jahrhundert bewundern, Ruinen christlicher Glaubensstätten und mehrere Moscheen. Gründe der Gefährdung: Durch den bewaffneten Konflikt in Syrien haben sich die Sicherheitsbedingungen erheblich verschlechtert, was zu Schäden und Plünderungen in der Region führte.

Altstadt von Damaskus (2013) – Syrien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Die Altstadt von Damaskus in Syrien © 1_sharnik/flickr.com

Gegründet im 3. Jahrtausend v. Chr. ist Damaskus eine der ältesten Städte des Nahen Ostens. Im Mittelalter war es das florierende Zentrum des Handwerks, spezialisiert auf Schwerter und Spitzen. In der Stadt befinden sich 125 Denkmalstätten aus verschiedenen Epochen, darunter die spektakuläre Große Moschee der Umayyaden aus dem 8. Jahrhundert, die auf der Fläche eines alten assyrischen Heiligtum gebaut wurde. Gründe der Gefährdung: der anhaltende bewaffnete Konflikt in Syrien, s.o.

Tote Städte von Nordsyrien (2013) – Syrien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Die Toten Städte im Nordwesten Syriens © riy/flickr.com

„Tote Städte“ werden ca. 40 Dörfer im Nordwesten von Syrien genannt. Sie sind ein wichtiges Zeugnis des ländlichen Lebens aus der byzantinischen Zeit. Zwischen dem 8.-10. Jahrhundert verlassen und aufgegeben worden, sind die zwischen dem 1.-7. Jahrhundert errichteten Dörfer erstaunlich gut erhalten und ermöglichen einen Blick auf die Lebensweise während des Übergangs von der alten heidnischen Welt des Römischen Reiches zum byzantinischen Christentum. Gründe der Gefährdung: der anhaltende bewaffnete Konflikt in Syrien, s.o.

Krak des Chevaliers und Qal’at Salah el-Din (2013) – Syrien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Krak des Chevaliers und Qal’at Salah el-Din in Syrien © ternua/flickr.com

Diese beiden Burgen repräsentieren die wichtigsten Beispiele für den Austausch von Einflüssen und der Entwicklung der befestigten Architektur im Nahen Osten während der Kreuzzüge vom 11.-13. Jahrhundert. Die Gebäude sind von enormer Bedeutung für die Geschichte des Landes. Gründe der Gefährdung: der anhaltende bewaffnete Konflikt in Syrien, s.o.

Ruinen von Palmyra (2013) – Syrien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Die Ruinen von Palmyra in Syrien © alessandra kocman/flickr.com

Als eine Oase in der syrischen Wüste, nordöstlich von Damaskus, findet man in Palmyra die monumentalen Ruinen einer großen Stadt, die eines der wichtigsten kulturellen Zentren der antiken Welt war. Vom ersten bis zweiten Jahrhundert verschmolzen in der Kunst und Architektur von Palmyra, als eine Art Kreuzung der verschiedenen Zivilisationen, die griechisch-römischen Techniken mit den lokalen Traditionen des persischen Einflusses. Gründe der Gefährdung: der anhaltende bewaffnete Konflikt in Syrien, s.o.

Kasubi-Toms, die Grabstätten der Buganda-Könige (2010) – Uganda

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Kasubi Toms, die Grabstätten der Buganda-Könige in Uganda © robin kirk/flickr.com

Die Grabstätten der Buganda-Könige in Kasubi sind Teil eines großen landwirtschaftlichen Gebiets im Bezirk Kampala. Auf der Spitze des Hügels ist der Palast der Kabakas von Buganda, 1882 erbaut und seit 1884 königliche Grabstätte. Vier Königsgräber sind jetzt im Palast Muzibu Azaala Mpanga, dem Hauptgebäude. Abgesehen davon, dass der Ort ein wichtiges Beispiel ist für die architektonische Leistung mit organischen Materialien wie Holz, Stroh, Schilf und Schlamm, liegt die Schönheit und Wichtigkeit des Ortes vor allem in seinem immateriellen Werte der Spiritualität und Identität begründet. Gründe der Gefährdung: die Folgen eines Brandes im Jahr 2011 und die mangelhafte örtliche Verwaltung.

Die historische Hafenstadt von Liverpool (2012) – Großbritannien

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Die historische Hafenstadt von Liverpool in Großbritannien © jenna goodwin/flickr.com

Sechs Areale in der Altstadt und dem Hafen der historischen Hafenstadt Liverpools zeugen von der Entwicklung eines der wichtigsten Handelszentren der Welt im 18. und 19. Jahrhundert. Liverpool hat eine wichtige Rolle für das Wachstum des britischen Empire gespielt und war ein Hafen, von dem Scharen von Menschen als Sklaven und Einwanderer aus Nordeuropa nach Amerika starteten. Eine Pionierstadt in Bezug auf moderne Hafentechnologie mit vielen kommerziellen und öffentlichen Gebäuden. Gründe der Gefährdung: ein geplantes Neubauprojekt, das den historischen Charackter der Docks zerstören würde.

Everglades National Park (2010) – USA

Gefährdetes UNESCO Welterbe
Der Everglades Nationalpark in den USA © renedrivers/flickr.com

Dieser Ort an der Südspitze von Florida wurde beschrieben als „ein Fluss aus Gras, der unmerklich aus dem Hinterland bis zum Meer fließt.“ Die außergewöhnliche Vielfalt des maritimen Ökosystems machte diesen Ort zum Lebensraum für viele Vögel und Reptilien sowie für bedrohte Arten wie die Seekuh. Gründe der Gefährdung: die Verschlechterung der Wasserqualität der Sümpfe verursacht durch die Landwirtschaft.

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