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Die holländische Grafikdesign-Studentin Zilla van den Born zeigte ihren fünfwöchigen Urlaub durch Asien auf ihren sozialen Kanälen. „Schaut her, wie toll meine Reise durch Laos, Kambodscha und Thailand ist!“ Fünf Wochen lang ließ sie ihr gesamtes Umfeld in dem Glauben sie würde durch Asien reisen. Dass sie jedoch in ihrer Wohnung in Holland saß, nur Fotos bearbeitete und an ihrer Bachelorarbeit schrieb, verriet sie erst nachdem ihr Flunker-Experiment abgeschlossen war.

Stellen wir uns selbst die Frage, flunkern wir was den Urlaub angeht? Das Wetter im Urlaub war bewölkt, wenn wir jedoch den Kollegen davon erzählen, „hatten wir total Glück mit dem Wetter“, oder? Am Strand reihte sich ein Sonnanbeter an den nächsten, zuhause erzählen wir jedoch „entspannt am Strand“ gelegen zu haben, richtig?

notlügen im urlaub

Wie ausgeprägt ist die deutsche Urlaubsflunkerei?

Notlügen im Urlaub?

Und genau dieser Frage sind wir in einer Umfrage unter 2.000 Reisenden aus Deutschland* nachgegangen. Es hat sich herausgestellt: Die Deutschen lügen, wenn es um ihren Urlaub geht. Doch bei welchen Gelegenheiten flunkern wir?

notlügen im urlaub

Ein Viertel der Teilnehmer gab an bei den Urlaubskosten zu schummeln und diese bei Erzählungen schon mal zu reduzieren. Auch bei dem Wetter waren es 25% der Befragten, die die Sonne nachträglich dazu flunkerten, obwohl das Wetter gar nicht so sonnig gewesen ist. Und warum? Dadurch, dass für 80% der Reisenden gerade das Wetter ausschlaggebend für einen schönen Urlaub ist, wollen sie sich möglicherweise hämische Kommentaren des Umfelds ersparen?

notlügen im urlaub

Beim Zeitvertreib im Urlaub wird ebenfalls beschönigt. Immerhin legen sechs von zehn Urlauber besonderen Wert auf ein großes kulturelles Angebot vor Ort. Ganze 60% der Befragten sprechen mit Freunden und Bekannten schon vor Urlaubsantritt über geplante Unternehmungen. Schwierig nur genau davon zu erzählen, wenn die Luftmatratze dem Aktiv-Urlaub vorgezogen wurde, oder? 15% der befragten Urlauber sprechen nach dem Urlaub grundsätzlich gerne über das Land, die Kultur und die Menschen, doch von den landestypischen Sitten haben sie meist nicht mehr als den Themen-Abend im Hotel-Ressort mitbekommen. Ups, da heißt es wohl flunkern.

Sobald es also um das Wetter, die Kosten und die Aktivitäten geht, beschönigen die deutschen Urlauber! 

notlügen im Urlaub

Notlügen für die Urlaubs-Ruhe

Doch es geht weiter mit den Notlügen. Stell dir vor du hast Urlaub geplant, es ist bald soweit. Erzählst du davon? Und lässt du die Daheimgebliebenen vorab wissen, schlecht erreichbar zu sein, um Ruhe vor ihnen zu haben? Jeder Achte unserer Umfrage tut dies! Im Hotel angekommen, geht das Flunkern sogar weiter. Um sich anhängliche neue Bekanntschaften oder Urlaubsflirts wieder vom Hals zu schaffen, gaben 41% der Teilnehmer an diesen mit Ausreden und Flunkereien zu entfliehen.

Wo wir gerade bei Urlaubsflirts sind: Diese sind ebenso einer der Gründe, warum Deutsche im Urlaub gerne mal zur Notlüge greifen. Ein Drittel möchte es eben dabei belassen: Einem Urlaubs-Flirt. Da muss schon mal das ein oder andere Detail verändert werden, um vom Übergangs-Herzblatt nicht in den sozialen Netzwerken gefunden zu werden. Ein Fünftel geht soweit sich im Urlaub völlig neu zu erfinden und eine ganz andere Seite als zu Hause auszuleben. Der Großteil (53%) jedoch gibt hier die Wahrheit preis, die sozialen Medien würden sie ja sowieso aufdecken…

notlügen im urlaub

Bei der holländischen Grafikdesign-Studentin Zilla van den Born nicht. Sie war erpicht darauf ihr Zimmer asiatisch umzudekorieren und nachts mit ihrer Familie zu skypen, damit der Schwindel nicht aufflog. Sie flunkerte jedoch nicht um besser dazustehen. Sie inszenierte ihren Urlaub nur als Futter für ihre Bachelorarbeit über „Facebooking“ an der Kunsthochschule Utrecht. Trotzdem hatte die Urlaubsflunkerei eine Konsequenz: Zillas Mama war so sauer, dass sie eine Woche nicht mit ihr sprach.

Flunkern kann also ziemlich unangenehm enden. Da überlegen wir uns doch lieber zweimal, ob wir unbedingt flunkern müssen.

* Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 19.03.2018 bis zum 31.08.2018 unter 2.000 Reisenden aus Deutschland durchgeführt.

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