Unsere internationale Studie zeigt, wie sich Freiheit, Sicherheit und Selbstfindung beim Reisen ohne Begleitung neu verteilen.
Solo Travel hat den Beiklang des Zufalls verloren. Wir sehen in unseren Daten eine Reiseform, die geplant, selbstbestimmt und über Altersgruppen hinweg vertraut geworden ist. Wer allein aufbricht, sucht heute oft mehr als einen freien Platz am Fenster. Es geht um Tempo, Raum und die Möglichkeit, den Tag nach dem eigenen Rhythmus zu gestalten.
Unsere Untersuchung verbindet eine globale Perspektive mit einem genauen Blick auf Deutschland. Befragt wurden Erwachsene in sieben Ländern, nämlich Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Portugal und die USA. Der Vergleich mit früheren Erhebungen aus 2019 und 2023 zeigt, wie stark sich Erwartungen verändern, wenn Alleinreisen vom Ausnahmefall zur bewussten Wahl wird.
Besonders spannend ist der Generationenvergleich. Jüngere Reisende verknüpfen Solo Travel stärker mit persönlicher Entwicklung, während ältere Gruppen häufiger ein sicheres Gefühl vor Ort betonen. Zwischen beiden Polen entsteht ein moderner Reisestil: frei genug für spontane Wege, vorbereitet genug für Vertrauen in die eigene Entscheidung.
Befragte in unserer internationalen Auswertung
Teilnehmende aus Deutschland
der Generation Z reist zur Selbstfindung allein
Platz für Deutschland beim Fokus auf Sicherheitsausrüstung
Wenn wir Solo Travel betrachten, führt ein Motiv klar durch viele Antworten: Menschen wollen ihr Reisetempo selbst bestimmen. Ein Morgen ohne Abstimmung, ein längerer Halt am Meer verändert das Gefühl einer Reise. Allein unterwegs zu sein heißt für viele, den Kalender kurz loszulassen und den eigenen Blick wieder zu schärfen.
Unsere Daten zeigen aber auch, dass Alleinreisen nicht automatisch Einsamkeit bedeutet. Es ist seltener als früher ein Werkzeug, um gezielt neue Bekanntschaften zu suchen. Viele Reisende planen Solo Travel, weil Freunde oder Familie keine Zeit haben; andere suchen neue Erfahrungen oder mehr Selbsterkenntnis. Genau diese Mischung macht den Trend so menschlich: Er beginnt praktisch, kann aber tief persönlich werden.
Unsere Befragung für 2026 zeigt, welche Beweggründe deutsche Reisende am häufigsten nennen.
| Motiv | Anteil | Was es für die Reise bedeutet |
|---|---|---|
| Uneingeschränkte Bewegungsfreiheit | 37 % | Reisende wollen Route, Tempo und Tagesplan selbst steuern. |
| Freunde oder Familie haben keine Zeit | 30 % | Der Solo-Trip entsteht oft aus Terminen, nicht aus Rückzug. |
| Neues ausprobieren | 26 % | Alleinreisen schafft Raum für ungewohnte Orte und Aktivitäten. |
| Bessere Selbsterkenntnis | 25 % | Die Reise wird zur stillen Probe für eigene Wünsche. |
| Neue Leute kennenlernen | 19 % | Soziale Kontakte spielen eine Rolle, aber weniger stark als früher. |
In dieser Gruppe zeigt sich der Wunsch nach zeitlicher und räumlicher Freiheit besonders klar. Solo Travel wird hier zum Mittel, um Arbeit, Alltag und eigene Interessen besser voneinander zu trennen.
In den früheren Erhebungen lag der Fokus noch stärker auf bequemer Kleidung, Reisekissen oder Snacks. Nun rücken praktische Sicherheitsbegleiter deutlicher nach vorn.
Alleinreisen hat sich von der Idee gelöst, vor allem neue Kontakte zu suchen. Viele Reisende schätzen heute die Möglichkeit, Begegnungen entstehen zu lassen, statt sie fest einzuplanen.
Beim Packen zeigt sich, wie erwachsen Solo Travel geworden ist. In Deutschland nennen 38 % der Befragten Sicherheitsartikel als wichtigsten Faktor. Dazu zählen Geldgürtel, Erste-Hilfe-Sets oder Notfallkontakte. Das klingt wenig romantisch, verändert aber die Reiseerfahrung. Wer vorbereitet losgeht, bewegt sich freier durch Bahnhofsviertel, Märkte, Seitengassen und späte Rückwege zum Hotel. Der Blick auf die Altersgruppen macht diese Verschiebung greifbar. Fast jeder zweite Babyboomer legt beim Alleinreisen den Schwerpunkt auf Sicherheit, während die Generation Z den Reisekomfort stärker gewichtet. Frauen setzen Sicherheitsausrüstung häufiger an erste Stelle als Männer. Wir lesen daraus keinen Widerspruch, sondern verschiedene Wege zum selben Ziel: sich unterwegs sicher genug fühlen, um offen zu bleiben.
Aus unseren Ergebnissen lassen sich praktische Impulse für Planung, Packliste und innere Haltung ableiten.
Wir empfehlen, nicht jeden Reisetag zu füllen. Ein freier Vormittag oder ein offener Abend macht den Unterschied zwischen Abhaken und Ankommen.
Notfallkontakte, kleine Gesundheitshelfer und sichere Geldaufbewahrung geben Halt, ohne die Reise schwer zu machen.
Solo Travel gibt Raum für Fragen, die im Alltag oft warten müssen. Ein Reisetagebuch oder bewusste Offline-Zeiten können diesen Effekt stärken.
Wer allein reist, muss nicht allein bleiben. Cafés, Führungen oder lokale Kurse schaffen Kontakt, ohne den ganzen Trip danach auszurichten.
Unsere Studie zeigt, dass Alleinreisen reifer, vielschichtiger und bewusster geworden ist. Der Reiz liegt nicht im Alleinsein selbst, sondern in der Freiheit, unterwegs eigene Entscheidungen zu prüfen. Ein Bahnhof am frühen Morgen, ein Tisch für eine Person, ein Stadtplan ohne Kompromiss: Solche Momente können leise sein und doch lange nachwirken.
International sehen wir unterschiedliche Schwerpunkte. In den USA verbinden Reisende Solo Travel besonders oft mit mentaler Erneuerung und innerem Abstand. In Spanien und Italien suchen viele eine tiefere Verbindung zur Welt und zu Menschen vor Ort. Deutschland fällt durch ein starkes Bedürfnis nach Schutz und Vorbereitung auf. Diese Unterschiede machen klar, dass Solo Travel kein einheitlicher Stil ist, sondern ein persönlicher Zugang zum Unterwegssein.
Wir wollen Reisen ermöglichen, die flexibel bleiben und sich sicher anfühlen. Technologie hilft dabei, passende Verbindungen zu finden, Pläne anzupassen und Entscheidungen einfacher zu machen. Am Ende beginnt Solo Travel aber vor der Buchung: mit dem Vertrauen, dass ein eigener Weg nicht erklärt werden muss.
Solo Travel bedeutet, ohne feste Reisebegleitung unterwegs zu sein. Das kann ein Städtetrip, eine Rundreise oder ein längerer Urlaub sein. Entscheidend ist, dass wir Route, Tempo und Entscheidungen selbst bestimmen.
Unsere Befragung lief vom 9. bis 17. Juni 2026 mit OnePoll im Auftrag von eDreams ODIGEO. Die historischen Vergleichswerte stammen aus methodisch identischen Untersuchungen aus 2019 und 2023.
Bei jungen Erwachsenen spielt persönliche Orientierung eine starke Rolle. Viele nutzen Alleinreisen, um eigene Vorlieben, Grenzen und Stärken besser kennenzulernen.
Sicherheit prägt die Planung stärker als früher. Viele Reisende packen bewusster und denken an praktische Begleiter wie Notfallkontakte, einfache Gesundheitsausstattung oder sichere Geldaufbewahrung.
Erfahrung hilft, ist aber keine Bedingung. Wer zum ersten Mal allein reist, kann mit einem kurzen Trip, guter Unterkunftslage und klaren Ankunftszeiten beginnen. So entsteht Vertrauen Schritt für Schritt.
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